4. Zugang zur Gesundheitsversorgung

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Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Laut Definition der OECD (2006) kann der Zugang zur Gesundheitsversorgung eine physische, finanzielle oder psychische Dimension einnehmen: “Accessibility is the ease with which health services are reached. Access can be physical, financial or psychological, and requires that health services are a priori available” (Definition der OECD; Hurst & Kelley 2006: 13)

In der Definition von Suresh und Bhui (2006) wird betont, dass Zugang zur Gesundheitsversorgung auch bedeutet, auf unterschiedliche Bedürfnisse spezifisch einzugehen: "Access to care is the ability to have health needs met through existing channels or care pathways designed specifically to meet those needs. Such care pathways may be established without reference to the patterns of illness, or variations in the determinants of healthcare needs, across ethnic groups. This may result in variations in access to established conventional interventions, compounding unmet need with prolonged disability, or denying a specific subgroup access to effective, evidence-based interventions." (Suresh & Bhui 2006: 413)


Zugangsbarrieren

Aus einer soziologischen Perspektive kann man drei Ebenen des Zugang zur Gesundheitsversorgung differenzieren:

- Makroebene: rechtliche Rahmenbedingungen

- Mesoebene: Organisationen welche Gesundheitsleistungen anbieten

- Mikroebene: handelnde Personen mit spezifischen Fähigkeiten, Erfahrungen und Vorstellungen

In Österreich hat ein Großteil der Bevölkerung (98,7% im Jahr 2007) einen rechtlich gesicherten Zugang zur Gesundheitsversorgung. In der Praxis zeigt sich aber, dass selbst bei geregelten rechtlichen Voraussetzungen für viele MigrantInnengruppen Barrieren bestehen, die den Zugang erschweren. In der Literatur häufig genannte Barrieren für MigrantInnen sind Bildung, kulturelle Unterschiede, Schwierigkeiten mit der Sprache, versicherungstechnische- und rechtliche Belange. Bedeutsam ist auch die mangelnde Gestaltung von zielgruppenspezifischen, kultursensiblen Rahmenbedingungen auf Ebene der Gesundheitsorganisationen. Und auch mangelndes Wissen von MigrantInnen – unter dem Konzept der „Health Literacy“ diskutiert - kann den Zugang zu Gesundheitsleistungen erschweren.

Studien und weiterführende Links

Amesberger, Helga; Auer, Katrin; Halbmayr, Brigtte (2001): Zugewanderte PatientInnen im Wiener Gesundheitssystem. Unveröffentlichter Forschungsbericht im Auftrag der Magistratsabteilung für Angelegenheiten der Landessanitätsdirektion, Dezernat II und des Wiener Krankenanstalten Verbundes. Wien Kurzfassung

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (2005): Interkulturelle Kompetenz im Gesundheitswesen. Wien: BMGF pdf

Dressler, Dominique (2009): Interkulturelle Kommunikation in der stationären Rehabilitation nach Unfällen. Erfahrungen und Ansichten der MitarbeiterInnen eines Rehabilitationszentrums zur Kommunikation mit Patientinnen mit Migrationshintergrund. Göttingen: Cuvillier Verlag Abstract


Literatur

Hurst, Jeremy & Edward, Kelley (2006): Health Care Quality Indicators Project. Conceptual Framework Paper. OECD Health Working Papers No.23 www

Mladovsky, Philipa (2007): Migrant health in the EU. Eurohealth Vol 13 No 1 pdf

Suresh, Kallur, & Bhui, Kamaldeep (2006): Ethnic minority patients' access to mental health services. Psychiatry, 5 (11), 413-416.

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